Kinderkrankengeld oder Kinderpflegekrankengeld

31. Juli 2017 um 13:47, von Christoph Huebner:

Kinderkrankengeld oder Kinderpflegekrankengeld wird bei der Erkrankung eines Kindes bezahlt, wenn ein Elternteil deswegen nicht zur Arbeit gehen kann.

Eine sehr häufig gestellte Frage bei uns im Chat oder per Mail ist die: „Was passiert, wenn mein Kind krank wird und ich mich um die Pflege des Kindes kümmern muss? Unter welchen Voraussetzungen bekomme ich dann ein Kinderkrankengeld weil ich nicht arbeiten kann?“

In kurzen Worten gesagt: Gezahlt wird ein Krankengeld für die Erkrankung eines Kindes bis zu 10 Arbeitstage pro Elternteil. Damit wird der Lohnausfall ausgeglichen. Diese Leistung ist eine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung (wir empfehlen die BKK VBU) und wird von der privaten Krankenversicherung in fast allen Fällen nicht bezahlt bzw. übernommen.

In welcher Höhe und für welche Dauer wird das Kinderpflegekrankengeld oder das Kinderkrankengeld gezahlt?

Das Kinderpflegekrankengeld wird für die Anzahl von Tagen bezahlt, an denen Sie Ihr erkranktes Kind pflegen und nicht zur Arbeit gehen können. Der Anspruch des Kinderkrankengeldes richtet sich danach, ob Sie verheiratet beziehungsweise in Partnerschaft leben oder Alleinerziehend sind. Alleinerziehende haben einen Anspruch von 20 Tagen und gemeinschaftlich Erziehende von 10 Tagen. Bei mehreren Kindern ist das Kinderkrankengeld auf maximal 25 Arbeitstage je Elternteil beziehungsweise 50 Tage für Alleinerziehende begrenzt.

Das Kinderkrankengeld wird durch die gesetzliche Krankenkasse übernommen. Der Arbeitgeber behandelt dann Ihre Fehltage wie „unbezahlten Urlaub“. Das Kinderkrankengeld beträgt 90 Prozent Ihres Nettoarbeitsentgelts. Bei schwerkranken Kindern gibt es Ausnahmeregelungen. Hier müssten Sie sich bei Ihrer gesetzlichen Krankenkasse im Detail informieren.

Welche Voraussetzung müssen erfüllt werden, um den Anspruch auf Kinderkrankengeld zu erhalten?

Zunächst einmal muss Ihr erkranktes Kind in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert und jünger als 12 Jahre sein.
Des Weiteren muss eine Bescheinigung des Arztes vorliegen, dass Sie für die Betreuung, Pflege und Beaufsichtigung des Kindes der Arbeit fern bleiben müssen und dass die Betreuung des Kindes nicht durch eine andere Person, die im Haushalt lebt, übernommen werden kann.

Wie verhalten sich die privaten Krankenversicherer in diesem Fall?

Grundsätzlich muss man festhalten, dass über das Sozialsystem der gesetzlichen Krankenversicherung das Kinderkrankengeld beziehungsweise Kinderpflegekrankengeld abgesichert sind. Diese Leistung wird von den privaten Krankenversicherern nicht erbracht. Meistens haben sich Privatversicherte damit ausgeholfen, in dem sie sich (widerrechtlich) selbst krankschreiben lassen.

Eine wirkliche adäquate Abdeckung im Bereich der privaten Krankenvollversicherung oder durch Zusatzversicherungen gibt es bis auf wenige und zum Teil halbherzige Ausnahmen nicht. Eine dieser Ausnahmen wird von der Signal Krankenversicherung gestellt. Die Bedingungen der Signal sehen eine Leistung vor, wenn der Elternteil und auch das Kind bei der Signal versichert sind. Dann leistet sie ein Kinderkrankengeld beziehungsweise Kinderpflegetagegeld gemäß den Voraussetzungen der gesetzlichen Krankenversicherung.

In der Praxis muss man sich die Frage stellen, wie häufig diese Leistung auch in Anspruch genommen wird. Solange sich ein Elternteil noch in Elternzeit befindet und der andere Elternteil normal arbeiten geht, stellt sich diese Frage nicht. Hier übernimmt dann selbstverständlich der zuhause gebliebene Elternteil die Pflege. Die Situation taucht nur dort auf, wo beide Elternteile arbeiten gehen oder bei alleinerziehenden, arbeitenden Eltern.

Zusammenfassung zum Kinderkrankengeld in der PKV:

Diese gesetzliche, soziale Leistung ist ein Vorteil in der gesetzliche Krankenversicherung und kann im Regelfall über die private Krankenversicherung nicht abgesichert werden.