Kundenfeedback: HanseMerkur oder Barmenia?

21. September 2017 um 11:53, von Christoph Huebner:

Welcher Tarif und welche Versicherungsgesellschaft ist für mein Kind das Richtige? Vor allem in der Alleinversicherung von Kindern – also wenn dort nicht auch ein Elternteil krankenversichert ist – gibt es ein stark eingeschränktes Feld an Gesellschaften.

Denn die Annahmerichtlinien sehen hier oft besondere Bedingungen vor, wie zum Beispiel eine Annahme erst ab dem vierten Geburtstag (Signal) – oder sogar erst ab dem 16. wie bei der AXA/DBV.  Unter den Versicherern, die Neugeborene ab Geburt annehmen, gibt es hinsichtlich des Preis-/Leistungsverhältnisses drei klare Favoriten: Die Barmenia, die Hallesche und die HanseMerkur.

Vor allem die HanseMerkur besticht dadurch, dass sie bis zum 18. Geburtstag grundsätzlich auf jeden Selbstbehalt verzichtet und beispielsweise mit ihrem Tarif Smart Fit (KVT500 mit PSV) einen echten Hochleistungstarif für 154,30 Euro im Monat anbietet. Außerdem versichert sie Neugeborene tatsächlich rückwirkend zum Geburtstermin.

Die Barmenia hat für Kinder keinen Tarif ohne Selbstbehalt. Und sie versichert auch nicht rückwirkend, sondern leistet erst ab dem Datum der Annahmeerklärung. Doch dafür punktet sie zum Beispiel im Bereich der Kuraufenthalte und anderen Leistungsmerkmalen, die andere nicht haben.

Unterschiede in der Praxis: Kindertarife der Barmenia und der HanseMerkur

Doch wie sieht es nach dem Abschluss aus? Ein Kunde, der bei uns beide Kinder versichert hat – und zwar bei unterschiedlichen Gesellschaften – berichtet uns nun seine Erfahrungen aus dem Direktvergleich:

  • Die Einreichungen von Belegen zur Erstattung ist bei der Barmenia komfortabler, da die HanseMerkur über die Rechnungs-App nur gedruckte Texte akzeptiert: handschriftliche Rezepte oder Apotheken-Vermerke führen dazu, dass man postalisch einreichen muss und die Bearbeitung dann auch länger dauert.
  • Die Barmenia hat bei mir allerdings auch schon einmal falsch erstattet: Bei einer Impfung, die nach Tarif nicht auf den Selbstbehalt angerechnet werden sollte, wurde von der Arztrechnung nur die eigentliche Impfung erstattet, andere Posten wie „Untersuchung“, die zwangsläufig für eine Impfung erforderlich sind, wurden auf den Selbstbehalt angerechnet. Mein erster telefonischer Kontakt bei der Barmenia-Hotline behauptete sogar noch, dies sei so richtig. Erst ein Post von mir auf deren Facebook-Seite führte dazu, dass klargestellt wurde, dass die gesamten mit der Impfung verbundenen Kosten nicht auf den Selbstbehalt zählen und die Erstattung entsprechend erhöht wurde.
  • Die Bearbeitungszeit der HanseMerkur bei der Umstellung auf eine Anwartschaft betrug über vier Wochen und musste meinerseits sogar sogar doppelt erledigt werden, da die Gesellschaft auf meinen formlosen Umstellungs-Antrag erst (nach mehr als vier Wochen) ein „Angebot“ schickte, das man schriftlich annehmen musste. Daraufhin folgte eine erneut Bearbeitungszeit von mehr als vier Wochen. Bei der Barmenia war die Umstellung innerhalb von einer Woche erledigt.
  • Ähnliche Erfahrungen hatte ich seinerzeit bei der HanseMerkur, als ich nach den Beiträgen für die Anwartschaft fragte. Hier eine halbwegs vernünftige Auskunft zu bekommen dauerte Wochen und mehrere Telefonate.
  • Der Kundenservice der Barmenia war durchweg freundlicher am Telefon. Die HanseMerkur war auch dann noch nicht sehr freundlich, als sie selbst viele Wochen mit der Bearbeitung hinterherhinkte.

Da wir als Vermittler oft im direkten Kontakt mit den Gesellschaften nur mitbekommen, wie zügig und verlässlich deren Risiko- und Antragsabteilungen arbeiten, ist Kundenfeedback dieser Art aus laufenden Verträgen natürlich sehr wertvoll und wir teilen das gern mit Ihnen. Natürlich geben wir negative Kundenerlebnisse auch an die Gesellschaften weiter. Der HanseMerkur ist beispielsweise durchaus bewusst, dass ihr Kundenservice mit dem Wachstum der letzten Zeit noch nicht ganz mitgehalten hat und wird hier nachbessern. Insofern ist diese Schilderung vermutlich und hoffentlich nur eine Momentaufnahme und wir haben derzeit keinen Anlass, von Empfehlungen des sehr attraktiven Leistungsangebotes des Hamburger Versicherers abzusehen.