So fair sind 4 Monatsbeiträge Cashback für Eltern

3. Juli 2017 um 14:35, von Christoph Huebner:

Im Frühjahr 2017 haben wir unser Modell der Provisionsteilung vereinfacht und erhöht: Von zuvor jeweils 50 Prozent der an uns ausgezahlten Provision sind wir auf pauschal 4 Monatsbeiträge des Kindertarifs umgestiegen. Eine aktuelle Studie des „VersicherungsJournals“ bestätigt diese Entscheidung.

Unsere Motivation war, das Cashback für Eltern kalkulierbarer zu machen. „50 Prozent der an uns ausgezahlten Provision“ sind für Sie als Versicherungsnehmer manchmal schwer nachzuvollziehen, da die Gesellschaften sehr unterschiedliche Sätze bezahlen und davon wiederum unterschiedliche Beträge vor der Auszahlung zum Abzug bringen – wie beispielsweise für Stornoreserven oder Vertrauensschadensversicherungen. Wie fair unsere Erhöhung auf pauschale 4 Monatsbeiträge ist, beschreibt nun Autor Björn Wichert: Das Branchenfachportal VersicherungsJournal.de hat die Ergebnisse einer aktuellen Studie veröffentlicht, bei der gut 1.000 Versicherungsvermittler Auskunft zu ihren Provisions- und Courtageerlösen gegeben haben.

„Insgesamt wird die gesetzliche Grenze von maximal neun Monatsbeiträgen Abschlussprovision/-courtage eingehalten. Die Maklervergütungen orientieren sich deutlich an dieser Grenze“, lassen sich die Studienautoren Prof. Dr. Matthias Beenken und Prof. Dr. Michael Radtke zitieren. Die nackten Zahlen sehen so aus:
Bei der privaten Krankenversicherung wird je nach Vertriebsweg deutlich unterschiedlich vergütet. Makler erhalten mit einer Courtage in Höhe von durchschnittlich (Mittelwert) 7,3 Monatsbeiträgen klar mehr als die Provisionen für Mehrfachvertreter mit 5,9 Monatsbeiträgen und Einfirmenvertretern mit 5,3 Monatsbeiträgen ausfallen.

Die Provision für Versicherungsvertrter

Ausschließlichkeitsvertreter – also beispielsweise die allgegenwärtigen Agenturen der Allianz oder vereinzelt örtlich auch der Barmenia – nennen in der Studie Provisionssätze zwischen 1,0 und 9,0 Monatsbeiträge. Der am häufigsten angegebene Wert (Modalwert) lag der Studie zufolge bei 5,0.
Auf was die Studie allerdings hier nicht eingeht: Ausschließlichkeitvermittler, die nur 1,0 Monatsbeitrag als Provision bekommen – in der Regel die Vertreter der Debeka oder der HUK Coburg – arbeiten nicht auf selbstständiger Basis, sondern in einer Festanstellung, für die sie auch ein fixes Gehalt bekommen.

Courtagen und Provisionen im freien Vertrieb

Bei den Mehrfachvertretern – das ist übrigens auch unser Status – reichte die Spannbreite von 3,0 bis 8,5 Monatsbeiträgen bei einem Modalwert von 5,0.
Die geringste Spanne und die höchsten Werte geben die Maklern mit 5,0 bis 9,0 Monatsbeiträgen und einem Modalwert von 8,0 an. Das wiederum erklärt sich relativ einfach: Versicherer wie die Debeka, die sich dafür entschieden haben, über ein eigenes festangestelltes Vertriebsnetz zu vermitteln, bieten selbstständigen Maklern gar keine direkte Möglichkeit, deren Produkte anzubieten. Und für Provisionen im Bereich von einem oder zwei Monatsbeiträgen kann ein Makler mit gesetzlicher Beratungspflicht seinen Betrieb in der Regel auch nicht aufrecht erhalten.

Ausnahmen und auch wichtig: Die Stornohaftung

Wenn man sich als Branchenfremder mit den Vergütungen der Versicherungswirtschaft befasst, sollte man einen Punkt nicht außer Acht lassen: Mittlerweile haften Vermittler für Lebens-, Renten-, BU- und private Vollkrankenversicherung in der Regel 60 Monate lang mit ihrer Abschlussprovision, in Ausnahmefällen auch 90 Monate. Diese sogenannte Stornohaftung besagt, dass der Vermittler seine Abschlussvergütung anteilig zurück bezahlen muss, wenn der Vertrag innerhalb dieses Zeitraums storniert oder gekündigt wird.

Außerdem gibt es Bereiche, in denen stark verminderte Abschlussprovisionen bezahlt werden. In der privaten Krankenversicherung sind das beispielsweise Gruppenverträge. Wenn Ihr Arbeitgeber mit einem Versicherer hier ein Vorzugsangebot ausgehandelt hat, haben Sie für gewöhnlich einen um ein paar Prozent rabattierten monatlichen Beitrag. Und der Vermittler meistens nur die halbe Provision. In einem aktuellen Fall hatte der Arbeitgeber wohl besonders hart verhandelt: Hier waren nur 13 Prozent der Prämie als Grundlage für die Vergütung anrechenbar.

Provisionen und Cashback auf PKV-Kindertarife

Die Versicherer mit attraktiven Kindertarifen wie die HanseMerkur und die Signal Krankenversicherung bezahlen übrigens „normale“ Provisionen innerhalb des oberen Bereichs der untersuchten Spanne. Damit, tatsächlich genaue Provisionshöhen transparent zu machen, tut sich die Branche allerdings noch sehr schwer. So ist es uns – wie jedem Vermittler – durch Verschwiegenheitsklauseln in den Verträgen untersagt, zu veröffentlichen, was wir jeweils exakt bekommen. In den Produktinformationsblättern (PIB) ist oft eine ungefähre Zahl als „abschlussbedingte Kosten“ angegeben. Bei Kindertarifen in der Nachversicherung steht hier jedoch nicht selten „0 Euro“, wenn es dafür überhaupt PIBs gibt.

Die vollständige Studie „Provisionen und Courtagen – was zahlen die Versicherer ihren Vermittlern?“ (Umfrageergebnisse 2017) umfasst 116 Seiten und ist als E-Book (PDF, 3,7 MB) für 34,90 Euro im VersicherungsJournal Verlag erhältlich (ISBN 978-3-938226-59-9). Sie enthält Angaben zu den Sparten Lebens-, Kranken-, Sach-, Unfall- und Kfz-Versicherung.
Disclaimer: Wir bekommen für den Verweis auf den Verkauf der Studie keine Provision. 😉