Sonderfall Stiefeltern

1. Juli 2014 um 10:02, von Christoph Huebner:

Anders als die Worte des Gesetzes vermuten lassen, ist für die Frage, wie das Kind versichert wird, nicht der unterhaltspflichtige Elternteil maßgeblich.

Das Gesetz (§ 10 Absatz 3 SGB V) spricht im Bezug auf die gesetzliche Krankenversicherung und die beitragsfreie Familienversicherung zwar relativ eindeutig vom “mit den Kindern verwandten Ehegatten oder Lebenspartner des Mitglieds”. Man könnte also meinen, dass der Status des neuen Partners für die Versicherung des Kindes nur relevant ist, sofern er auch eine Stiefkindadoption durchführt und damit „verwandt“ wird. Doch das ist falsch.

Familienrechtliche versus tatsächliche Unterhaltslast

Denn als Kinder gelten auch Stiefkinder und Enkel, die das Mitglied „überwiegend unterhält“. Damit hat der Gesetzgeber die tatsächlich getragene Unterhaltslast anstelle der familienrechtlichen Unterhaltsverbindlichkeiten gesetzt.

Das bedeutet konkret: Auch wenn es einen leiblichen Vater gibt, der (mehr oder weniger) regelmäßig seinen Unterhaltspflichten nachkommt, ist er nicht derjenige, der für die Frage relevant ist, wie das Kind krankenversichert wird. Hier gelten die selben Regeln wie bei verheirateten leiblichen Eltern – auch ganz ohne Adoption des Stiefkindes. Wenn der/die neue Ehe- oder Lebenspartner/in der gesetzlich versicherten Mutter, bei der das Kind lebt, gut verdient und privat versichert ist, muss auch das Kind privat versichert werden – oder in der gesetzlichen Kasse einen eigenen Beitrag bezahlen.

Wenn die Eltern nicht beide gesetzlich oder privat, sondern unterschiedlich versichert sind, kommt es auf weitere Details wie die Höhe des Einkommens an. Die konkrete Antwort zur Frage ob GKV oder PKV für’s Kind liefert Ihnen der digitale Berater, durch den Sie sich einfach bis zu Ihrer Antwort klicken können.

Was also tun?

  1. Vor der Hochzeit Gedanken machen! Danach ist es zu spät. Wer als Privatversicherte(r) eine alleinerziehende Mutter heiratet, deren minderjährige Kinder im Haushalt leben, verändert damit automatisch die Versicherungssituation. Die Kinder müssen dann ebenfalls privat versichert werden (oder gegen eigenen Beitrag gesetzlich, was aber in der Regel teurer ist).
  2. Beim Abschluss Geld sparen. Melden Sie das Kind über uns an und erhalten Sie die halbe Abschlussprovision als Cashback zurück. Aber beachten Sie: Anders als bei der Geburt eigener Kinder oder der Adoption ist Ihr Versicherer nicht verpflichtet, diese Kinder anzunehmen oder kann Zuschläge, Ausschlüsse oder Wartezeiten zur Bedingung machen. Die Suche nach einem geeigneten Versicherer kann eventuell aufwändiger werden. Wir erledigen das aber gern für Sie.