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Eine Anwartschaft auf Umwegen

Was ist eine Anwartschaft?

Wer vorübergehend aus der privaten Krankenversicherung austreten muss, kann eine Anwartschaftsversicherung abschließen. Damit wird die Versicherung nicht aufgelöst, sondern nur unterbrochen. 

In einem unserer Fälle bestand der Wunsch, das Baby ab der Geburt mit einer Anwartschaft zu versichern, die Vollkrankenversicherung allerdings erst mit der Heirat auszulösen.

Die Ausgangslage

Mit unserem Kunden hatten wir nur wenige Tage nach der Geburt des Kindes den Erstkontakt per Chat. Der Vater des Neugeborenen ist in der privaten Krankenversicherung, deshalb rechnen die Eltern auch damit, dass das Kind nach der Heirat gegebenenfalls in die private Krankenversicherung wechselt. Momentan kann das Baby noch bei der Mutter in der beitragsfreien Familienversicherung mitversichert sein. 

Der Vater ist aktuell bei der DKV Deutsche Krankenversicherung. Das Baby hat die ersten beiden Untersuchungen U1 und U2 bereits hinter sich. Aufgrund dessen haben wir eine Anwartschaft angeboten, um die private Krankenversicherung des Kindes ab der Heirat gültig zu machen.

Die Vorgabe des Kunden war es, keinen Luxustarif für mehr als 200 Euro pro Monat als private Kinderkrankenversicherung für sein Kind auszuwählen.

Am genauesten haben wir uns damit beschäftigt, dass das Kind gerade Neugeboren und deshalb noch unter zwei Monate alt ist. Im U-Heft gab es kurz nach der Geburt Einträge, zu denen jedoch das Attest vom Arzt schon nachgeliefert wurde. Nichtsdestotrotz musste aufgrund dessen eine Risikovoranfrage eingeleitet werden.

Die Eltern sind derzeit noch unverheiratet, was sich allerdings in naher Zukunft ändern wird.

Natürlich achten wir sehr sorgfältig auf unsere Kundenwünsche und haben uns an dessen Vorgabe gehalten. Diese war es einen Tarif zu finden, der gute Leistungen bietet, bei einem Monatsbeitrag von circa 160 Euro.

Unsere erste Tarifauswahl

DKVHanseMerkurBarmenia
TarifBMK/2KVT500+PSVEinsA expert3+
Monatsbeitrag169,22 €
154,30 €
164,83 €
Jährlicher Selbstbehalt400 €
(Amb., Stat., Zahn)
0 €
(nur Amb. & Zahn. // Stat. ohne SB)
600 €
(Amb., Stat., Zahn)

Das Missverständnis mit der Anwartschaft

Im weiteren Prozess haben wir die Vollkrankenversicherung erstmals gleich ab der Geburt beantragt, da die angebotene Anwartschaft von Seiten des Kunden nicht mehr im Raum stand.

Die Risikovoranfrage hierzu lief bereits, wegen der Einträge im U-Heft. Das Attest hierzu wurde – wie oben erwähnt – vom Arzt bereits nachgeliefert.

Gleich nach dem eingereichten Antrag für die Vollkrankenversicherung änderte der Kunde  dann doch seine Meinung hin zu der von uns angebotenen Anwartschaft. Daraufhin mussten wir trotzdem auf die Annahme warten, um in der Folge auf Anwartschaft umstellen zu können. Dies war logischerweise leider mit einer gewissen Zeitverzögerung für den Kunden verbunden, aber konnte am Ende noch gut gelöst werden.

Die Anwartschaft ab Geburt konnte nur mit der Bestätigung der Versicherung des Kindes von der gesetzlichen Krankenversicherung in Kraft treten.

Die Entscheidung

Letztendlich entschied sich der Kunde für den KVT500+PSV der HanseMerkur, da dieser mit der Höhe des Beitrags und des Selbstbehaltes am ehesten den Wünschen des Kunden entsprach.

Der zeitliche Ablauf

Mittwoch, 01. Mai 2019:

Erstkontakt

Freitag, 24. Mai 2019:

Antrag gestellt

Dienstag, 28. Mai 2019:

Antrag angenommen (am selben Tag geht die Bestätigung der gesetzlichen Krankenversicherung an den Versicherer)

Donnerstag, 13. Juni 2019:

Angebot für Anwartschaft auf dem Weg zum Kunden

Montag, 10. Juli 2019:

Kunde bestätigt den Versand der Unterlagen zur Umstellung auf eine Anwartschaft zum Versicherer (Problem: Die Bestätigung zur Umstellung auf Anwartschaft wurde nicht vom Versicherer empfangen)

Mittwoch, 02. Oktober 2019:

Heirat der Kindseltern → Veranlassung der Umstellung auf eine Vollkrankenversicherung mit der Heiratsurkunde

Montag, 28. Oktober 2019:

Telefonische Bestätigung des Versicherers zur nachträglichen Umstellung zum 02.10.

Sonntag, 10. Januar 2020:

Erfolgreiche Bestätigung des Versicherers bezüglich der Umstellung zur Vollkrankenversicherung ab 02.10.

Sonntag, 17. Januar 2020:

Abrechnung des Tippgeber Cashbacks

Resümee

Sollte auch bei Euch ein Wunsch auf Anwartschaft bestehen, würden wir Euch bitten dies bitte vor Antragsstellung mit uns zu kommunizieren, das beschleunigt und vereinfacht den Prozess für alle Parteien.

Markus Herrmann im Workshop auf der BabyWelt: Das Baby privat oder gesetzlich krankenversichern?

Wir haben das Cashback für PKV-Kindertarife vereinfacht und erhöht: Ab sofort bekommen Sie 4 volle Monatsbeiträge zurück, wenn Sie Ihren Nachwuchs über uns anmelden.

Das bisherige System – 50:50 vom ausgezahlten Betrag – war gelegentlich kompliziert und schwer nachvollziehbar. Vermittler bekommen unterschiedliche Provisionen abhängig von Gesellschaft und Tarif. Dazu werden Teile der Auszahlung einbehalten, zum Beispiel als Stornoreserve oder für eine Vertrauensschadenversicherung. Mit all dem wollen wir Sie in Zukunft gar nicht mehr beschäftigen. Weiterlesen

PKV-Kindertarife: Kind anmelden

Mal ganz abgesehen davon, dass es fast schon eine Glaubensfrage ist, sich für das eine oder andere System zu entscheiden: Als Eltern haben Sie bei Ihrem Kind meistens auch gar keine echte Wahl, ob sie es privat oder gesetzlich versichern wollen.

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Auf die Systemunterschiede sowie die Vor- und Nachteile gehe ich weiter unten noch ein. Jetzt geht es erst einmal darum, welche Wahlmöglichkeiten Sie als Eltern in Ihrem konkreten Fall tatsächlich haben. Kleine Abkürzung: Der “digitale Berater” hier sagt ihnen nach wenigen Klicks innerhalb von 20 Sekunden, wie Ihre Antwort lautet.

Ganz einfach ist es, wenn Sie als Eltern beide gleich versichert sind: Sind Sie beide gesetzlich versichert, melden Sie Ihr Baby einfach bei einer der beiden Krankenkassen zur beitragsfreien Familienversicherung an. Fertig. Sind Sie beide privat versichert, wird auch das Kind privat versichert. Sie können sich aussuchen, bei welcher der beiden Versicherer – oder bei einem ganz anderen. Sie haben nämlich keinen weiteren Vorteil daraus, Ihr Kind bei Ihrer eigenen Gesellschaft anzunehmen. Es gibt keinen Familienrabatt oder eine andere Vorzugsbehandlung. Oft sind Kindertarife anderer Versicherer attraktiver. Einziger Unterschied: Ihr Versicherer muss Ihr Kind nach der Geburt annehmen – ob er will oder nicht. Eine private Krankenversicherung ohne Elternvertrag wird Ihren Nachwuchs erst nach einer Gesundheitsprüfung aufnehmen. Oder ablehnen. Aber auch das ist kein Problem, falls Sie sich rechtzeitig darum gekümmert haben. Wenn Sie dann noch in der Zweimonatsfrist nach Geburt sind, melden Sie das Baby einfach bei Ihrem Versicherer an.

Verheiratet oder nicht?

Sind die Eltern nicht (miteinander) verheiratet, so ist nur das Versicherungsverhältnis der Mutter ausschlaggebend für den Nachwuchs.
Es spielt dabei keine Rolle, ob das Kind den Nachnamen des Vaters trägt oder das Sorgerecht gemeinsam ausgeübt wird. Heiraten Sie später doch noch, gelten andere Regeln. Im Zweifelsfall kann das dazu führen, dass das Kind mit der Heirat aus der gesetzlichen Versicherung herausfällt und privat krankenversichert werden muss. Beachten Sie das also besser rechtzeitig, wenn Sie über eine Eheschließung nachdenken.

Standardfälle bei Verheirateten

Und als “verheiratet” gilt hier tatsächlich uneingeschränkt auch die eingetragene Lebenspartnerschaft bei gleichgeschlechtlichen Paaren!

  • Die häufigste Konstellation:
    Die (werdende) Mutter ist in der GKV pflichtversichert, der Vater selbstständig und privat versichert. Sofern der Papa auch mehr verdient als die Mama (und mit seinem Einkommen über der Jahresarbeitsentgeltgrenze liegt), ist die Sache ziemlich einfach: Das Kind kann nicht in die beitragsfreie Familienversicherung. Sinnvollerweise melden Sie Ihr Baby gleich nach der Geburt bei der privaten Krankenversicherung des Vaters an (Cashback: mindestens 400 Euro!). Sie könnten den Nachwuchs auch freiwillig gesetzlich versichern. Der Beitrag dafür ist aber in der Regel deutlich höher, als die Kosten für die private Kinderversicherung (siehe Übersicht).
  • Beamte mit Beihilfeanspruch haben diesen auch für ihre Kinder. Es gelten zwar andere Sätze, teilweise auch abhängig von der Zahl der Kinder. Auf jeden Fall aber ist die private Krankenversicherung sehr günstig zu bekommen.
    Alle Beihilfesätze für Kinder des Bundes sowie der 16 Bundesländer finden Sie hier.
    Ist ein Elternteil gesetzlich versichert und der andere Beamter/in, so ist es allein aus Kosten-Nutzen-Erwägungen sinnvoll, für das Kind die private Versicherung zu wählen. Falls der gesetzlich versicherte Elternteil das höhere Einkommen hat, ist auch eine andere Konstellation möglich und sinnvoll: Die kostenfreie Familienversicherung und dazu eine günstige private Zusatzversicherung. Damit können Sie Ihr Kind auch für wenig Geld in den Status eines Privatversicherten versetzen. Was im Einzelfall günstiger ist, müssen Sie vergleichen.
  • Freie Heilfürsorge: Als Soldat oder Polizist übernimmt Ihr Dienstherr alles, was mit Ihrer Gesundheit zu tun hat. Heilfürsorge wird allerdings nur dem Beamten selbst gewährt, nicht seinen Ehegatten und Kindern. Hier kommen die jeweils geltenden Beihilfevorschriften zum Tragen.

Kompliziertere und exotische Fälle

Immer wieder – vor allem bei unseren Besuchen auf den BabyWelt-Messen – werden wir mit ausgefallen Patchwork-Familienkonstellationen konfrontiert. Da ist die Frage manchmal gar nicht so einfach auf Anhieb zu beantworten, wie das Kind versichert werden muss.

  • Ist einer freiwillig gesetzlich versichert und der andere privat, kommt es bei Verheirateten darauf an, wer mehr verdient. Verdient der privat Versicherte tatsächlich weniger (als Selbstständiger unter der Jahresarbeitentgeltgrenze) und die gesetzlich Versicherte mehr, kann das Kind beitragsfrei in die Familienversicherung der Gesetzlichen aufgenommen werden.
  • Das Kind kommt, der Mann ist privat versichert, aber noch mit einer anderen Frau verheiratet, mit der bereits zwei Kinder hat und die bei ihrer Mutter leben.
    Klingt erstmal wild, war aber ein realer Fall. Da waren ein paar Dinge komisch. Dass er beispielsweise weiterhin die private Krankenversicherung für die beiden Kinder bezahlt hat, obwohl diese bei der gesetzlich versicherten Mutter leben. Das muss nicht sein, vor allem wenn die Ehe geschieden wird. Dann können diese beiden Kinder in die Familienversicherung bei ihrer Mutter aufgenommen werden. Darum muss er sich aber aktiv kümmern. Außerdem hatte er vor, die (gesetzlich versicherte) schwangere Frau neben ihm anschließend zu heiraten. Damit würde das Neugeborene aber nicht mehr kostenfrei familienversichert werden können. Die beiden sollten sich also – wenn es nicht nur um die Liebe gehen soll – ein paar Gedanken über die Finanzenz machen und den Steuervorteil der Ehe gegen die zusätzlichen Krankenversicherungsbeiträge aufrechnen.

Benutzen Sie für Ihren Fall doch einfach den digitalen Berater, der Ihnen nach wenigen Klicks Ihre persönliche Antwort liefert, ob Sie Ihr Kind gesetzlich oder privat versichern müssen. Und wenn Sie sich dann dafür entscheiden, Ihr Kind privat zu versichern, bezahlen wir Ihnen mindestens 400 Euro Cashback auf den Abschluss einer Vollversicherung (bei Beamten mit Beihilfe ist es entsprechend weniger.

Die Systemfrage: Privat oder gesetzlich versichern?

Ungefähr 8,26 Mio. Bürger (Stand 2016) in Deutschland sind privat vollversichert. Davon stellen Beamten etwa 25 Prozent den größten Anteil. Selbstständige machen gut 15 Prozent aus, Arbeitnehmer knapp 12 Prozent und Studenten knapp 3 Prozent.

Die Beiträge sowohl in der GKV als auch der PKV verändern sich jedes Jahr. In der GKV werden die Bemessungsgrenzen verändert und die Kassen ändern ihren Beitragssatz (der Prozentsatz vom Lohn). In der PKV werden die Prämien neu berechnet, je nachdem welche Kostensummen dem Versicherungsträger für einen Tarif entstanden sind.

Das System der gesetzlichen Krankenkassen wird staatlich bezuschusst und indirekt auch von den privaten Versicherern finanziert. Zum einen durch die höheren Abrechnungssätze für die Behandlungen, die es jedem Arzt erlauben, die eigenen Kosten vor allem für teurere Methoden und Geräte zu decken. Und zum anderen versteuern die Versicherungsunternehmen ihre Gewinne und tragen damit über ihren Beitrag zum Staatshaushalt wieder indirekt anteilig zur Finanzierung des staatlichen Gesundheitssystem bei. Damit leistet die PKV einen solidarischen Beitrag, damit das GKV-System auf diesem Niveau funktionieren kann. Der indirekte Zuschuss wird auf jährlich etwa 11 Mrd. Euro geschätzt.

Vertrag versus Politik

Die Entscheidung für die private oder die gesetzliche Krankenversicherung sollte – wenn man keine politisch-ideologischen Vorlieben hat – dieses Kriterium stark gewichten: Als gesetzlich Versicherter sind Sie mit Ihrem Anspruch auf Leistungen von der Haushaltslage und der Politik abhängig. Wenn es klemmt, streichen Politiker Leistungen. So werden Kassenpatienten mittlerweile die Kosten für Brillen nicht mehr erstattet. Früher war das anders. Auch das Niveau der Zahnbehandlung und die Höhe der Zuzahlungen war früher in der GKV deutlich besser.

Das kann Ihnen mit einem privaten Versicherungsvertrag nicht passieren: Hier ist Ihr Vertragspartner an die Klauseln und das Leistungsspektrum gebunden, das Sie zum Zeitpunkt der Unterschrift miteinander vereinbart haben. Sie haben ein einklagbares Recht darauf so lange der Vertrag besteht. Und kündigen kann Ihnen der Versicherer nicht mehr. Das können Sie nur selbst, wenn Sie beispielsweise zu einem anderen Anbieter wechseln wollen.

Ein guter Kompromiss aus beidem ist im Zweifelsfall der Abschluss einer privaten Zusatzversicherung.

Späterer Wechsel zurück in die Gesetzliche

Ein weit verbreitetes Vorurteil ist, dass der Wechsel zurück in die gesetzliche Krankenversicherung schwer ist. Für Erwachsene, insbesondere Ältere, mag das teilweise gelten. Für Ihr Kind ist das aber nicht von Belang. Mit der Entscheidung für die private Krankenversicherung legen Sie keineswegs etwas fest, das Ihr Kind später einmal nicht mehr ändern kann.

Mit Beginn einer Berufsausbildung wird Ihr Kind ganz automatisch gesetzlich pflichtversichert. Und auch beim Wechsel ins Studium kann es sich – sobald es aus Ihrem Vertrag herausfällt – selbst entscheiden, wie es sich versichern möchte.

Und sollten Sie als Eltern(teil) die Möglichkeit der privaten Krankenversicherung verlieren – zum Beispiel weil sie selbst ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis eingehen – so wird auch der Versicherungsschutz Ihres Kindes analog geändert. In diesem Fall würde es in die beitragsfreie Familienversicherung mit aufgenommen.

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