Wichtige Kennzahlen für Eltern

Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG) & Elternzeit

Eine wichtige Kenngröße dafür, ob ein Kind beitragsfrei in der Familienversicherung der gesetzlichen Krankenkasse versichert werden kann, ist die Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG). Oft wird diese Größe auch mit der Beitragsbemessungsgrenze (BBG) verwechselt. Diese beiden Werte werden jährlich von der Politik angepasst und definieren, bis zu welchem Einkommen jemand gesetzlich pflichtversichert und ab wann man „versicherungsfrei“ ist, sich also aussuchen darf, ob man gesetzlich oder privat krankenversichert sein möchte.

Wenn ein Elternteil privat versichert ist, entscheidet das Überschreiten dieser Grenze auch darüber, ob das Kind privat oder beitragsfrei gesetzlich versichert werden kann bzw. muss.

Für Personen mit mehreren Einkunftsarten stellt sich immer wieder die Frage, was nun für die Ermittlung berücksichtigt werden muss: Was zählt alles als Jahrsarbeitsentgelt? Wenn Sie als einzige Einkunftsart ein Gehalt haben, ist die Sache einfach. Wenn aber Tantiemen, Zuschläge bei Beamten oder Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung dazu kommen, wird es schon komplizierter. Mehr dazu lesen Sie weiter unten.

Auch während der Elternzeit gelten Besonderheiten, die mit der Reduzierung der Arbeitszeit zusammen hängen. Dazu mehr ganz unten auf dieser Seite.

Von diesen Kenngrößen abhängig ist auch der Arbeitgeberzuschuss für die Krankenversicherung und eben auch für die Kinderkrankenversicherung. Denn wenn man als Privatversicherte(r) mit dem eigenen Beitrag den Zuschuss des Arbeitgebers noch nicht ausgereizt hat, dann beteiligt sich der Arbeitgeber auch am Beitrag für die Kinder-PKV.

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Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG)

Die „Allgemeine Grenze“ (§ 6 Abs. 6 SGB V) für die Pflege- und Krankenversicherung.

201720182019
Monatlich4.800 €4.950 €?
Jährlich57.600 €59.400 €?

Beitragsbemessungsgrenze (BBG)

Die „Besondere Grenze“ (§ 6 Abs. 7 SGB V) für die Pflege- und Krankenversicherung.

201720182019
Monatlich4.350 €4.425 €?
Jährlich52.200 €53.100 €?

Jahresarbeitsentgeltgrenze: Was gehört dazu?

Die Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG), auch Versicherungspflichtgrenze, ist eine Größe aus dem Sozialgesetzbuch, die festlegt, ab welcher Höhe des regelmäßigen jährlichen (Brutto-) Arbeitsentgelts eine Arbeitnehmerin oder ein Arbeitnehmer nicht mehr in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert sein muss.

In diesem Satz stecken schon viele Hinweise darauf, was dazu gerechnet werden muss und was nicht. Generell gilt: Einnahmen werden bei der Ermittlung des regelmäßigen Jahresarbeitsentgelts berücksichtigt, wenn sie mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit mindestens einmal jährlich gezahlt werden (zum Beispiel aufgrund einer vertraglichen Regelung).

Dazu gehört auf jeden Fall:

  • Das reguläre Gehalt
  • Urlaubs-, Weihnachtsgeld und ähnlicher Zuschläge
  • Vermögenswirksame Leistungen und regelmäßige Gewinnbeteiligungen
  • Weiterer Lohn oder Gehälter aus Nebenjobs
    Ausnahme: Minijobs bis 450 Euro monatlich
  • Tantiemen, Provisionen und Boni, die im Arbeitsvertrag klar nachvollzieh- und berechenbar vereinbart sind

Nicht dazu gehört:

  • Erstattungen für Fahrkosten und Überstunden (ausgenommen pauschale Vergütung)
  • Zahlungen in eine Direktversicherung oder an eine Unterstützungskasse, einen Pensionsfond etc.
  • Lohnfortzahlungen nach §10 Entgeltfortzahlungsgesetz
  • Familienzuschläge und das Kindergeld, Elterngeld oder Wohngeld
  • Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung sowie Kapitalerträge
  • Unterhaltsleistungen und Alimente
  • Einkünfte aus einer neben dem Angestelltenverhältnis bestehenden Selbstständigkeit
  • Alle anderen Einkünfte, die nicht unmittelbar durch eigene Arbeit erwirtschaftet werden

Grenzfälle:

  • Gewinnausschüttungen bei geschäftsführenden Gesellschaftern
    Hier kommt es darauf an, inwiefern diese im Geschäftsführeranstellungsvertrag vereinbart und zugesagt werden. Ist dies der Fall, werden sie dem Jahresarbeitsentgelt zugerechnet. Erfolgen die Gewinnausschüttungen ausschließlich aufgrund der Eigenschaft als Gesellschafter, sind die kein Arbeitsentgelt.
  • Überstunden und Vergütungen für Bereitschaftsdienste und Zuschläge
    Vergütungen für Bereitschaftsdienste und Zuschläge (Schicht- oder Erschwernis) gelten als Teil des Arbeitsentgelts. Vergütungen für Überstundenvergütungen zählen aber nur dann dazu, wenn diese pauschal gezahlt werden. Werden diese jedoch schwankend nach tatsächlich erbrachten Überstunden abgerechnet, gelten sie nicht als regelmäßiges Arbeitsentgelt.

Als regelmäßiges Jahresarbeitsentgelt gilt entweder das aktuell vertraglich vereinbarte Brutto-Jahresgehalt oder, falls ein Monatsgehalt vereinbart ist, das Zwölffache des letzten vereinbarten Monatsgehalts (zzgl. Urlaubs-, Weihnachtsgeld und ähnlicher Zuschläge).

Handlungsempfehlung

Eltern, deren Kinder bisher beitragsfrei gesetzlich versichert sind, sollten diese Grenze regelmäßig im Auge behalten, wenn der Mehrverdiener nicht Mitglied einer deutschen gesetzlichen Krankenkasse versichert ist. Das betrifft also nicht nur in Deutschland Privatversicherte, sondern auch im Ausland versicherte Elternteile.

Denn beim Überschreiten der Grenze verlieren die Kinder automatisch das Zugangsrecht zur beitragsfreien Familienversicherung der gesetzlichen Krankenkasse. Damit werden die Kinder freiwillig gesetzlich versichert – für etwa 180 Euro im Monat. Zum Vergleich: Bei der Signal Iduna können Sie Ihren Nachwuchs beispielsweise schon für 95,12 Euro im Monat in einem sehr anständigen Tarif versichern.

Diese Einstufung findet auch rückwirkend statt, wenn die GKV über der Überschreitung erst verspätet informiert wird. Häufig haben wir Kunden, von denen die gesetzliche Krankenkasse für mehrere Monate oder sogar Jahre rückwirkend den Beitrag nachfordert. Bei mehreren Kindern werden diese Nachforderungen dann schnell deutlich vierstellig.

Im Zweifel sind Sie immer im Vorteil, wenn Sie von sich aus aktiv werden statt abzuwarten oder gar die Feststellung durch absichtlich spät eingereichte Informationen zu verzögern, denn Sie gewinnen dadurch keine Zeit.

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