Zusatz- oder Ergänzungsversicherung?

Wenn Menschen von privaten Zusatzversicherungen reden, meinen sie stattdessen oft eher sogenannte Ergänzungsversicherungen. Der Unterschied zwischen beidem liegt in der Zielsetzung:

  • Wenn Sie gesetzlich versichert sind und einfach nur bestimmte Dinge abdecken wollen, die im Leistungskatalog der Krankenkassen nicht (mehr) enthalten sind – wie zum Beispiel Zahnersatz, Sehhilfen oder Heilpraktikerleistungen – dann schließen Sie dafür eine Ergänzungsversicherung ab.
  • Wenn Sie auch als gesetzlich Versicherte(r) in den vollen Genuss einer Behandlung wie ein Privatpatient kommen wollen, schließen Sie dafür eine Zusatzversicherung ab. Die Varianten beim Leistungsumfang sind dabei jedoch sehr vielfältig und hängen davon ab, was Ihnen besonders wichtig ist.

Der Unterschied

Ergänzungsversicherungen schließen ganz oder teilweise Leistungslücken der gesetzlichen Krankenversicherungen. Diese Versicherungsart schließt man ab, um Leistungen aus privatärztlichen Rechnungen zu bezahlen, die von der gesetzlichen Krankenversicherung nicht getragen werden (z.B. Heilpraktiker-Leistungen). Der Umfang der Ergänzungstarife richtet sich überwiegend nach dem zu zahlenden Beitrag. Hier können Sie als Kunde auch Ihre Präferenzen festlegen.

Ambulante Ergänzungsversicherung

Mit den Ergänzungstarifen sind Sie kein Privatpatient beim Arzt. Die Regelleistungen werden nach wie vor mit Hilfe Ihrer Versichertenkarte direkt mit Ihrer gesetzlichen Krankenkasse abgerechnet. Wahlleistungen wie alternative Heilmethoden, die Ihre Ergänzungsversicherung abdeckt, bezahlen Sie zunächst selbst, bekommen diese aber von Ihrem Versicherer erstattet.

Wir haben das Angebot der Ergänzungsversicherungen genaue angeschaut. Zwei Anbieter stechen dabei als besonders leistungsfähig hervor. Wir empfehlen Ihnen, für sich und Ihr Kind die Angebote der Signal Iduna und der Allianz genauer zu prüfen. Sehen Sie hier die ausführliche Gegenüberstellung.

Ambulanter Zusatztarif

Dieser funktioniert nach dem Prinzip der Kostenerstattung. Das Sozialgesetzbuch sieht auch die Möglichkeit vor, dass der Arzt direkt mit Ihnen als Patient abrechnet und nicht mehr mit der Krankenkasse selbst. Wählt man diese ambulante Zusatzversicherung, muss man die Kostenerstattung bei der eigenen gesetzlichen Krankenversicherung beantragen. Diese wird zunächst immer für ein Kalendervierteljahr festgelegt. An den Beiträgen zur gesetzlichen Krankenversicherung ändert sich dadurch nichts.

Sie können ab diesem Zeitpunkt Termine beim Arzt als Privatpatient wahrnehmen oder beispielsweise Leistungen wie den privatärztlichen Kinderarztruf in Berlin wahrnehmen. Diese spezialisierten Kinderärzte kommen auch am Abend und am Wochenende zu Ihnen nach Hause und ersparen Ihnen somit den zeitraubenden und unangenehmen Gang mit Ihrem kranken Kind in die Unfallambulanz der Krankenhäuser.
Sie erhalten dann vom Arzt eine Privatrechnung zugesandt. Im nächsten Schritt legen Sie diese Rechnung zunächst Ihrer gesetzlichen Kasse vor (Kostenerstattungsprinzip). Diese erstattet dann ihren gesetzlichen Anteil und Sie erhalten die Rechnungskopien mit entsprechendem Erstattungsvermerk zurück. Diese werden Ihrerseits an die private Krankenversicherung gesandt. Die private Krankenversicherung übernimmt daraufhin die restliche Erstattung an Sie und Sie können rechtzeitig mit dem gesammelten Betrag die Arztrechnung fristgerecht bezahlen, ohne dass Sie den Betrag selbst verauslagen müssen.

 Beispielrechnung:

ambulante Behandlung als Privatpatient 450,– €
gesetzliche Kassenleistung (Kostenerstattungsverfahren) ./. 120,– €
ambulante Zusatzversicherung, Erstattung ./. 330,– €
Ihr Eigenanteil 0,– €

Die Erstattungsleistungen der ambulanten Zusatzversicherungen richten sich nach dem Leistungsspektrum der einzelnen Tarife.